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Ärzte wurden befragt

Medizinische Fachzeitschriften sind für heimische niedergelassen Ärzte unverzichtbar. Das ist wohl die Kernaussage einer rezenten Studie, die gestern Abend im Museumsquartier in Wien präsentiert wurde. Erfragt wurde im Auftrag der sechs führenden heimischen medizinischen Fachverlage vom Linzer Spectra-Institut in einer repräsentativen Umfrage bei österreichweit 252 niedergelassenen Ärzte deren berufliches Nutzungsverhalten diverser Informationsquellen. Dr. Walter Wintersberger, Spectra präsentierte vor über 300 interessierten Teilnehmern die teilweise sehr überraschenden Ergebnisse. ZeitSo investieren sowohl niedergelassene Allgemeinmediziner, als auch niedergelassene Fachärzte wöchentlich geschätzte 5 Stunden in ihre Fortbildung, knapp 40% davon fallen auf das Lesen von Artikeln in medizinischen Fachzeitschriften. Erstaunlich viel Zeit, zumal für das Recherchieren und Stöbern im Internet gerade einmal halb soviel Zeit in Anspruch genommen wird.

Das Internet steht dann auch bei der spontan genannten Wichtigkeit von Informationsquellen mit 50% nur an dritter Stelle. Auch hier liegen die Fachzeitschriften mit 64% der Nennungen klar voran, gefolgt von Fortbildungsveranstaltungen, die für 53% der befragten Ärzte als bevorzugte Informationsquelle dienen. Andere Quellen wie Fachliteratur, Pharmareferenten, oder Gespräche mit Kollegen haben nur untergeordnete Bedeutung. Vergleicht man nun das Internet mit den Fachzeitschriften, so liegt die gedruckte Form bei fast allen Indikatoren voran. Vor allem bei „Glaubwürdigkeit“ und „wichtige berufliche Information der letzten Woche“ kann der digitale Kanal nicht mithalten. Punkten kann das Netz bei der Effizienz, hier sehen 26% der Befragten (versus 23% bei den Fachmedien) digitale Medien in der Informationsbeschaffung als „am effizientesten“.

ReichweiteHinsichtlich der Reichweite haben gedruckte medizinische Fachzeitschriften mit 97% wieder die Nase vorn: Nur 3% aller Befragten haben in den letzten 4 Wochen keine Fachzeitschrift gelesen. Viele „modernere“ Channels wie Online-Fortbildungen und Demonstrationsvideos im Internet (63% bzw. 59%), Industrie-gesponserte elektronische Newsletter (61%) oder gesponserte Webportale (41%) werden von den Ärzten deutlich seltener genutzt oder sind vielen überhaupt noch nicht bekannt. Auch die Portale der Pharmaindustrie liegen mit lediglich 14% Nutzung in den letzten 4 Wochen im weit abgeschlagenen Feld.

Spannend ist auch die Einschätzung über die jetzige und zukünftige Nutzung von Informationsquellen. So dürften die Fachzeitschriften – entgegen aller Prognosen – in Zukunft unverändert hoch genutzt werden. Es planen lediglich 6% der Befragten, künftig weniger zu lesen, während 10% angeben, Fachzeitschriften noch intensiver nutzen zu wollen. Bei der zukünftigen Bedeutung digitaler Angebote sieht man einen eindeutigen Trend hin zum Internet. So wollen 21% der Ärzte zukünftig e-Learnings stärker nutzen, 22% werden verstärkt nach digitalen Artikeln suchen und immerhin 18% geben an, zukünftig öfter Websites medizinischer Gesellschaften anzusteuern.

Auszüge der Studie stehen (nach Registrierung) auf www.medqualimed.at zum Download zur Verfügung.

Fotos von der Veranstaltung ((c) Oliver Miller-Aichholz):