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Arzneimittelausgaben unter Druck!

Arzneimittelpreise in Diskussion

Arzneimittelpreise in Diskussion

Um einer Panikmache in Sachen Arzneimittelausgaben zuvor zu kommen, weist die Pharmig in ihrer gestrigen Aussendung darauf hin, dass in Österreich die Kosten für Medikamente in den letzten Jahren nur sehr moderat gestiegen sind. Man reagiert damit, so Generalsekretär Jan Oliver Huber auf einen jüngsten Aufschrei seitens des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger.

Sicher nicht im Sinne des Interessenverbands wäre ein überschwappen der dieser Tage sehr heftigen geführten Debatte über Arzneimittelausgaben in Deutschland nach Österreich. Seit dort am Montag in Berlin der Arzneiverordnungsreport (AV-R) der gesetzlichen Krankenversicherungen veröffentlicht wurde, kommt die Diskussion über erhöhte Arzneimittelpreise nicht mehr zum erliegen. Ausgabensteigerungen von fast 10% bei patentgeschützten Arzneimitteln auf insgesamt 14,9 Milliarden Euro im Jahr 2015 seien die großen Treiber, heißt es von verantwortlicher Stelle aus der GKV. Auch der „Spiegel“ titelte in seiner Online-Ausgabe von „Arzneiausgaben auf Rekordhöhe“ und „Pharmafirmen kassieren Rekordeinnahmen.“

Der Verband der forschenden Pharmafirmen (vfa) sieht das naturgemäß anders und versucht zu kalmieren. Das Ganze sei ein Rauschen im Wasserglas, denn die Ausgaben für Arzneimittel blieben gemessen an den Gesamtausgaben im Gesundheitsbereich sehr konstanten und unter Kontrolle. „Im Moment wird eine durch und durch unspektakuläre Zahl – ein Arzneimittelausgabenzuwachs von 4,3 % im Jahr 2015 – durch einige Krankenkassen dramatisiert. Damit soll der politische Prozess in der heißen Phase der Gesetzgebung zur Stärkung der Arzneimittelversorgung (AM-VSG) beeinflusst werden“, sagt Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa.

Auch in der Schweiz wurde zuletzt im Zusammenhang mit neuerlich steigenden Beiträgen zur Krankenkasse eine Debatte über Arzneimittelpreise begonnen. Anders als in Deutschland und Österreich sieht man bei den Eidgenossen allerdings Faktoren wie den demografischen Wandel, neue moderne medizinische Leistungen, aber auch falsche Finanzierungsströme als Hauptursache für die Kostensteigerung.