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Biosimilars sollen bis zu 320 Millionen an Einsparung bringen

Foto: SMK

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„Um das Potenzial der Biosimilars voll auszuschöpfen, braucht es adäquate Maßnahmen und Planungssicherheit für die Industrie“ postuliert die Präsidentin des Österreichischen Biosimilarsverbands (BiVÖ), Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber (Bild) anlässlich der Präsentation einer neuen Studie zum Einsparungspotential durch Biosimilars. Die Studie (vom BiVÖ beauftragt und von IQVIA erstellt) bescheinigt durch die Verordnung der Nachahmerprodukte eine Entlastung des Gesundheitssystems von 320 Millionen Euro in 5 Jahren. Geld, das das System durchaus gut gebrauchen könne um auch zukünftig innovative Arzneimittel finanzierbar zu halten, heißt es. Dr. Martin Spatz, MBA, General Manager bei IQVIA Österreich wies auch auf die bereits geleisteten Einsparungen hin: „In den letzten sieben Jahren konnte das System um 100 Millionen Euro durch Biosimilars entlastet werden“.

Pressegespräch Biosimilarsstudie 2017

Pressegespräch Biosimilarsstudie 2017

Alles in allem hinke Österreich aber in der Verschreibung der biologischen Nachbaupräparate deutlich hinterher. Schuld daran sei vor allem die Erstattungsregelung der Vergangenheit und damit die preisliche Gleichstellung mit Generika. Möritz-Kaisergruber: „Es braucht ein wettbewerbsförderndes Umfeld, das Preisunterschiede berücksichtigt und ökonomische Verschreibung unterstützt.“ Seit April 2017 gibt es nun eine eigene Preisbindungsregelung für Biosimilars, die für das erste Nachahmerprodukt eine Preissenkung von 38% vorsieht. Bei Eintritt des 3. Biosimilars müssen dann sowohl das Original, als auch alle Nachbaupräparate auf den niedrigen Preis senken. „Die deutliche Preisabsenkung des Referenzproduktes erschwert die Marktdurchdringung in der Einführungs-Phase. Die erzwungene Preisgleichheit nach Aufnahme des dritten Biosimilars behindere zusätzlich den mittelfristigen Wettbewerb“, erklärte Sabine Möritz-Kaisergruber die nicht einfache Marktsituation.

Biopharmazeutika per se stellen eines der am schnellsten wachsenden Segmente des Pharmamarktes dar und sind in der Behandlung vieler Erkrankungen nicht mehr wegzudenken. Mit den biotechnologischen Nachfolgepräparaten helfe man dem System zu sparen und mache viele Therapien leistbar. Zur Zeit sind in Österreich 16 Biosimilars erhältlich.