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„Der Patient steht im Mittelpunkt“

Dr. Jan Oliver Huber, Pharmig

Dr. Jan Oliver Huber, Pharmig
(c) Pharmig/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Es zeige sich ein ähnliches Bild wie 2015, konstatiert Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Österreichischen Ärztekammer die Bereitschaft österreichischer Ärzte zur namentlichen Offenlegung geldwerter Leistungen, die sie von der Pharmaindustrie erhalten haben. „Insgesamt wurden letztes Jahr ca. 90 Millionen Euro verteilt“, so Huber, „wovon 33,7 Millionen oder 38% in klinische Studien und Anwendungsbeobachtungen geflossen sind. Weitere 38% wurden für Teilnahmegebühren und Reisekosten für wissenschaftliche Fortbildung aufgewendet, 14,7 Millionen (16%) für Beratungsleistungen wie Vortragstätigkeiten und Mitarbeit in Beratungsgremien und 8% für Spenden und Förderungen an Institutionen und Patientenorganisationen.“ Der doch beträchtliche Unterschied zum Jahr davor (da waren es rund 100 Millionen EUR) erkläre sich laut Pharmig Generalsekretär aus angefallenen Milestones-Zahlungen für eine sehr große internationale Multicenterstudie im Jahre 2015, die letztes Jahr dann aber nicht zu leisten waren.

Insgesamt sei die Bereitschaft zur Offenlegung auf institutioneller Ebene (Krankenhäuser, Uni-Kliniken) gestiegen (von 56% auf 62%), so Huber weiter, auf individueller Seite allerdings von 20% auf knappe 19% leicht gesunken. Österreich sei kein Land der transparenten Gehalts-Offenlegung begründet Huber den Rückgang, man werde daher weiterhin viel Überzeugungsarbeit in diese Richtung zu leisten haben.

Dr. Herwig Lindner, ÖÄK Pharmig/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Dr. Herwig Lindner, ÖÄK
Pharmig/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Ähnlich sieht es Dr. Herwig Lindner, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, der als Hauptursache der fehlenden namentlichen Offenlegung seiner Kollegenschaft die österreichische Neidgenossenschaft nennt. Er habe aber auch von Kollegen gehört, so Lindner weiter, denen aufgrund der namentlichen Offenlegung dienstrechtliche Konsequenzen wegen nicht gemeldeter Nebenbeschäftigungen angedroht wurden. Die vielen unterschiedlichen Dienstverträge der einzelnen Krankenanstalten seien dabei nicht gerade hilfreich, so der Vizepräsident.

Einer gesetzlich Vorschreibung steht Lindner eher ablehnend gegenüber, ihm sei eine positive Motivation wichtiger. Die Ärzte hätten nichts zu verbergen, so der Kammerpräsident, und für die beste Behandlung im Sinne des Patienten sei eine transparente Zusammenarbeit mit der Industrie unerlässlich.

Die Pharmig hat auf ihrer Homepage erstmals eine Linkliste zu den Offenlegungen der einzelnen Unternehmen eingerichtet: Linkliste