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Eidgenössisches Gerangel um steigende Krankenkassenprämien

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Pämienerhöhungen in der Schweiz

Der demografische Wandel und der medizinische Fortschritt sind laut dem eidgenössischen Bundesamt für Gesundheit die Preistreiber, die die Prämien für die Versicherten im nächsten Jahr in der Schweiz um durchschnittlich 4,5% steigen lassen. Dass es dabei zu recht unterschiedlichen Preiserhöhungen in den einzelnen Kantonen kommt, sei der teilweisen Umstellung der kantonalen Mitfinanzierung der Krankenhaussysteme – ab 2017 müssen die Kantone 55% der Spitalskosten tragen – geschuldet, heißt es seitens der Behörde.

Patientenschützer kritisieren allerdings viel eher die vermeintlich falschen Finanzierungsströme, die das System unnötig teuer machen würden. Ähnlich wie in Österreich finanzieren in der Schweiz die Kantone 55% der Spitalskosten, 45% und der gesamte extramurale Bereich bleibt den Krankenversicherern vorbehalten. So soll es zum Beispiel bei der Verschreibung teurer Medikamenten zu Verschiebungen in den ambulanten Bereich kommen, orten die Konsumentenschützer, die in der neuerlichen Erhöhung der Kassenprämien ein völliges Versagen der Politik, der Verwaltung und der Leistungserbringer sehen. Die Stiftung für Konsumentenschutz bezichtigt dabei das Bundesamt für Gesundheit wirkungsvolle kostendämpfende Maßnahmen zu verhindern. So würden durch Rekurse der Pharmaindustrie Preiskorrekturen blockiert und damit mehrere hundert Millionen Franken an Sparpotential liegen gelassen.

Gerangel ums liebe Geld

Gerangel ums liebe Geld

Eine Verschiebung von Leistungen in den ambulanten Bereich sieht auch der Ärzteverband FMH, der allerdings vor allem die zunehmenden Behandlungsmöglichkeiten als Preistreiber ausmacht. Für die Spitalsdirektoren wiederum sind nicht die Finanzierungsströme das Problem, denn diese würden per se ja nichts an den entstehenden Kosten verändern, viel zentraler sei die Frage, wie die Behandlung dort stattfinden können, wo sie am effizientesten sind.