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„Erfolgsrezepte“ bei der 47. Welldone-Lounge

Robert-Riedl (PERI-Group), Rudi Kaske (Arbeiterkammer), Birgit Bernhard (Welldone) und Hanns Kratzer (PERI-Consulting)

Robert Riedl (PERI-Group), Rudi Kaske (Arbeiterkammer),
Birgit Bernhard (Welldone) und Hanns Kratzer (PERI-Consulting)

Eine illustre Gästeschar folgte auch diesmal der Einladung der Welldone / PERI zur 47. Welldone Lounge in das Wiener Palmenhaus im Burggarten. Ehrengast des Abends und Keynote-Speaker war diesmal Arbeiterkammer Präsident Rudi Kaske, der in seinem Vortrag über „Erfolgsrezepte“ gegen die steigende Arbeitslosigkeit referierte.  Es sei, so Kaske, vor allem die Ungleichverteilung der Arbeit ein zunehmendes Problem. „Bei den Vollzeitbeschäftigten hat Österreich innerhalb der EU die zweitlängste faktische Arbeitszeit“ wusste der AK-Präsident dazu zu berichten, denn die rund 270 Millionen Überstunden die im letzten Jahr dafür geleistet wurden – übrigens jede fünfte unbezahlt – würden umgelegt in Vollzeitäquivalente dann rund 33.000 Jobs ergeben. Zudem steige die Zahl der Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten. Kaske riet daher dringend zur Reduktion der Überstunden: „Eine gerechtere Verteilung der Arbeit hilft den einen, eine bessere Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu erreichen, den anderen, überhaupt einen Job zu bekommen bzw. bei der Stundenanzahl aufstocken zu können.“

Einen weiteren wirtschaftspolitischen Ansatzpunkt sieht Kaske in der stärkeren Regulierung der Finanzmärkte: „Die Finanzmarktkrise 2008 und deren Folgen hat gezeigt, dass der Realwirtschaft eine viel größere Bedeutung zukommt als davor wirtschaftspolitisch gepredigt wurde. Länder mit einer starken industriellen Basis, etwa Österreich und Deutschland, haben die Krise besser überstanden als jene, deren Stärken im Dienstleistungs- oder Finanzsektor liegen. Es bedarf also einer neuen, umfassenden Regulierung und Aufsicht der Finanzmärkte und -institutionen.“ Bei der Beschäftigungspolitik bezüglich älterer Generationen ist Kaske zuversichtlich, dass der Widerstand der Wirtschaft mittelfristig überwunden werden könne. Gutes Zureden und finanzielle Förderungen allein würden allerdings keinen Einstellungswandel bewirken, es bedürfe vielmehr drastischer Sanktionen wie die Einführung eines Bonus-Malus-System für die Betriebe.

Es bedarf laut Kaske ausreichender Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik, damit Phasen der Arbeitslosigkeit für wertvolle Aus- und Weiterbildung genutzt werden könnten. „Wir brauchen aber auch eine Beschäftigungsoffensive, einen „Big Deal“ für Arbeit in Österreich und Europa“ forderte der Kammerpräsident . Rasche und umfassende Investitionen in die Infrastruktur würden Europa nachhaltig aus der Krise führen, die Wirtschaft wieder aufblühen lassen und darüber hinaus Arbeitsplätze und Lebensqualität sichern.

Bildgallerie (alle Fotos: (c) Katharina Schiffl)