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EU und China im Clinch wegen Korruptionsbekämpfung im Gesundheitssystem

gsk_2Polizeiliche Ermittlungen in der Affäre rund um die mutmaßlichen Bestechungen chinesischer Ärzte durch die Tochter des britischen Pharmamultis GSK China haben die Diskussion rund um die Korruption im chinesischen Gesundheitssystem neu entfacht. China wirft dabei GSK vorsätzliche und systematische Bestechung mit vollem Wissen der Unternehmensführung vor. „Es wird klar, dass dies von GSK China organisiert wurde“, sagte ein Ermittler der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Laut Polizeiermittlungen sollen dabei Ärzte im großen Stil geschmiert worden sein und das sei nicht, wie von GSK beteuert, nur das Vergehen einzelner weniger Mitarbeiter gewesen.

Die EU-Handelskammer kontert jetzt und bezichtigt China einseitiger Ermittlungen. „Bislang sind meines Wissens keine Verfahren gegen chinesische Unternehmen eingeleitet worden“, sagte der für den Pharmabereich zuständige Kammervertreter Bruno Gensburger am Donnerstag in Peking. Hingegen stehe der britische Pharmakonzern GSK im Zentrum der Ermittlungen, und andere europäische Firmen gerieten auch mehr und mehr ins Visier der Behörden.

Brancheninsder vermuten auch ökonomische Gründe hinter den Ermittlungen. Derzeit haben westliche Pharmafirmen in China eine Marktanteil von ca. 20%. Mit der Korruptionsbekämpfung soll nun Druck auf deren Medikamentenpreise ausgeübt werden. GSK hat in diesem Zusammenhang bereits eine Preissenkung angekündigt.