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Die forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland beschließen Transparenzkodex

Birgit Fischer - vfa

Birgit Fischer – vfa

„Bei den forschenden Pharma-Unternehmen hat es auf breiter Front einen Bewusstseinswandel gegeben, der auch gelebt wird. Mit dem neuen Transparenzkodex macht die Industrie einen weiteren großen Schritt zu mehr Offenheit und Transparenz und setzt neue Standards für ihr Handeln“, so die vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer zu dem Beschluss.

Mit dieser Selbstverordnung folgt der vfa den Vorgaben des Europäischen Pharmaverbands EFPIA, der bereits im Sommer 2013 alle nationalen Mitgliedsverbände zur Umsetzung der Offenlegung aller direkten und indirekten Zuwendungen an Ärzte verpflichtet hat. vfa-Geschäftsführerin Fischer sieht  in diesem Schritt auch die einzige Möglichkeit verlorenes Vertrauen in weiten Teilen der Bevölkerung wieder zurückzugewinnen: „Das Zusammenwirken von Ärzten und Pharma-Industrie wird schnell unter den Generalverdacht der Beeinflussung und Manipulation gestellt. Damit soll Schluss sein durch mehr Transparenz. Sie ist die Grundlage für Glaubwürdigkeit und Kooperation. Dadurch wird das Vertrauen auf allen Seiten wachsen. Und deshalb bauen wir bei der Umsetzung der Vorschriften des neuen Kodex auf das Verständnis und die Mitwirkung vieler Patienten und Ärzte.“

Der neue FSA-Transparenzkodex umfasst nun die Verpflichtung der Mitgliedsunternehmen zur Offenlegung aller unmittelbaren und mittelbaren Zuwendungen an Ärzte und Fachkreisangehörige sowie an medizinische oder wissenschaftliche Organisationen. Diese Informationen sollen im Internet auf der jeweiligen Unternehmenswebseite öffentlich zugänglich gemacht werden. Die erste Veröffentlichung soll im Jahr 2016 mit den Daten des Kalenderjahrs 2015 erfolgen. Die Transparenzverpflichtung umfasst Spenden und andere einseitige Zuwendungen, sowie solche im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen, Dienstleistungs- und Beratungshonorare und Zuwendungen im Zusammenhang mit Forschung und Entwicklung. Der FSA-Transparenzkodex tritt nach der kartellrechtlichen Genehmigung und somit der Anerkennung als Wettbewerbsregel in Kraft.

Dr. Jan Oliver Huber

Dr. Jan Oliver Huber – pharmig

Auch in Österreich wird man sich diesem Thema annehmen, verspricht pharmig-Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber. „Wir haben ja bereits mit der Novelle vom Juli 2013 einen ersten großen Schritt zu mehr Transparenz gesetzt. Über die Offenlegung der Honorare und Zuwendungen an Ärzte und Fachkreisangehörige werden wir uns bei der nächsten Generalversammlung im April nächsten Jahres befassen“, so Huber weiter. Man sei allerdings bereits in intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten.