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Gesundheits-Apps im Check

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Bertelsmann Stiftung untersucht
Gesundheits-Apps

Derzeit vergeht kaum eine Woche ohne Medienbericht zum Thema »Gesundheits-Apps«. Die Berichte skizzieren einen Wandel oder gar eine Revolution der Medizin durch neue digitale Möglichkeiten für den Patienten. Angeführt werden zumeist zwei Belege: Die rasant wachsende Zahl der Apps in den Stores – mehr als 100.000 sollen es bereits sein – sowie einzelne erfolg- oder zumindest aussichtsreiche Anwendungen.

Was sich nun hinter der großen Zahl von Digital-Health-Anwendungen für Bürger verbirgt und wie diese die Gesundheitsversorgung verändern, bzw. welche gesundheitsökonomische Relevanz die neuen »digitalen Helfer« haben, war Hintergrund einer rezenten Studie der deutschen Bertelsmann Stiftung. Ziel war es, die systematische Auseinandersetzung mit Digital-Health-Anwendungen zu unterstützen und dem Diskurs um Chancen, Risiken und Folgen eine strukturierende Grundlage zu geben. So haben die Autoren rund um Studienleiter Uwe Schwenk ein umfassendes Klassifikationsverfahren für DigitalHealth-Anwendungen entwickelt, die den bislang unübersichtlichen Markt in sieben übersichtliche Typen einteilt und damit vergleich- und bewertbar macht.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie wenig das Potenzial der Digital-Health-Anwendungen, Patienten in ihrer Rolle zu stärken und die Versorgung zu verbessern, bisher genutzt werden. Wenige relevante Anwendungen kommen in der Breite zum Einsatz, heißt es, so habe die Studie etwa bestätigt, dass sich der Markt vor allem angebotsgetrieben entwickelt und ein Großteil der Angebote von privaten Anbietern aus dem Lifestyle- und Fitness-Bereich stammen.

Die Stiftung hat aus der Studie insgesamt acht Thesen zum Status quo des Digital-Health-Angebots für Bürger abgeleitet. Die Thesen rücken die Intransparenz des Markts für Digital-Health-Anwendungen in den Fokus. Für die Verbraucher sei es quasi unmöglich, die Qualität einzelner Angebote unabhängig einzuschätzen. Weiter mahnen die Studienautoren an, es müssten mehr Anwendungen für den tatsächlichen Bedarf in der Gesundheitsversorgung entstehen. Und schließlich macht eine These auf die fehlende Nutzenbewertung der Gesundheits-Apps aufmerksam. Es gebe bisher fast keine Evidenz zum Nutzen und es fehlten entsprechend geeignete Verfahren zum Transfer von Digital-Health-Innovationen in die Regelversorgung.