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GSK regelt seine Marketing- und Vertriebspraktiken neu und läutet damit einen Paradigmenwechsel ein

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Sir Andrew Witty – CEO GSK

„Wir glauben, dass es wesentlich ist, dass wir unser Geschäftsmodell weiterhin in jedem Bereich kritisch hinterfragen, um sicherzustellen, dass wir den Anforderungen der Patienten entsprechend handeln und die allgemeinen Erwartungen der Gesellschaft erfüllen“, mit diesen Worten gab Sir Andrew Witty, CEO von GlaxoSmithkline gestern in einer Presseaussendung die weitreichenden Änderungen der künftigen Marketing- und Vertriebspraktiken des britischen Pharmakonzerns bekannt. GSK beendet damit offiziell die Honorarzahlungen an Ärzte für Sprecherhonorare und verabschiedet sich auch von Einladungen für Ärzte zur Teilnahme an medizinischen Konferenzen. Beide Entscheidungen werden jetzt in einer zweijährigen Übergangsphase implementiert und gelten spätestens ab 2016 weltweit für alle Niederlassungen.

Als weiteren Schritt kündigt Witty die Veränderung des Entlohnungssystems des Außendienstes an. Demzufolge wird es keine individuellen Umsatzziele mehr bei GSK geben. Stattdessen werden künftig alle Vertriebsmitarbeiter, die direkt mit verschreibenden Ärzten zusammenarbeiten, nach ihrem Fachwissen, der Qualität ihres Services für eine bessere Patientenversorgung und der allgemeinen Performance von GSK beurteilt und entlohnt werden. Das neue Gehaltssystem soll spätestens ab Anfang 2015 in allen Ländern, in denen GSK tätig ist gelten.

Die Briten läuten mit diesen Änderungen wohl einen Paradigmenwechsel im Zusammenspiel Pharmaindustrie und Ärzte ein. Man werde natürlich weiterhin seine Rolle in der Weiterbildung von Ärzten und in der Bereitstellung von fachlicher Information zu den Produkten gerecht werden, heißt es seitens GSK, allerdings wird man sich künftig dabei stärker auf eigene wissenschaftliche Fähigkeiten, auf Verbesserungen im Bereich Multi-Channel-Zugänge und auf sogenannte „unrestricted grants“ konzentrieren. Angemessene Ärztehonorare für gesponserte klinische Studien, Beratungstätigkeiten (Advisory-Boards) und Marktforschung soll es weiterhin geben.

Andrew Witty stellt dann auch die gesellschaftliche Verpflichtung von GSK in den Vordergrund: „Es ist uns bewusst, dass wir eine wichtige Rolle spielen bei der Information an Ärzte über unsere Medikamente und Impfstoffe, aber das muss klar, transparent und ohne jeglichen Anschein von Interessenskonflikten erfolgen. Und nur so können wir uns dann auch glaubhaft den Interessen der Patienten widmen“.