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Impfpflicht in Frankreich ausgeweitet

Impfpflicht für Kinder?

Impfpflicht für Kinder?

Ab dem Jahr 2018 will die Pariser Regierung die Impfpflicht für Kinder unter eineinhalb Jahren auf acht weitere Erkrankungen ausweiten. Das kündigte der französische Premierminister Edouard Philippe laut Medienberichten in der Nationalversammlung an. Während zur Zeit schon Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung vorgeschrieben sind, sollen nun acht weitere hinzukommen. Betroffen sind folgende Erkrankungen: Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B, Haemophilus Influenzae Typ B, Pneumokokken und Meningokokken.

Während sich in Italien der Widerstand gegen die eingeführte Impfpflicht formiert – diese Woche demonstrierten im norditalienischen Pesaro 10.000 Eltern gegen das staatliche vorgeschriebene Programm – erklärt der französische Premier den Kampf gegen Erkrankungen wie Masern als eröffnet: „Noch immer sterben Kinder an Masern, das ist in der Heimat von Pasteur nicht annehmbar.“ Vor gut zwei Jahren hatte der französische Verfassungsrat entschieden, dass die Impfpflicht nicht gegen die Grundrechte verstößt und Zuwiderhandeln mit Geldstrafen von bis zu 30.000 EUR bestraft werden kann.

Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn schlägt allerdings moderatere Töne an und kündigt laut „Süddeutscher Zeitung“ Ausnahmeregeln für Eltern an, die ihre Kinder selbst nach ausführlicher Beratung nicht impfen lassen wollen. Das Ziel sei es nicht, Geldstrafen zu verhängen, sondern pädagogisch vorzugehen, meint Buzyn. (ROS)

Bilder: getty images