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Indische Elefantenhochzeit zweier Generikaanbieter

Der indische Generikahersteller Sun Pharmaceutical übernimmt den ebenfalls in Indien beheimateten Arzneimittelkonzern Ranbaxy Laboratories für kolportierte vier Milliarden US-Dollar (2,9 Mrd EUR) in Aktien. Durch die Transaktion entstehe der weltweit fünftgrößte Produzent von Generika und das größte Pharmaunternehmen Indiens, teilten die beiden Firmen am Montag mit. Ranbaxy gehört mehrheitlich dem japanischen Konzern Daiichi Sankyo, der sich für die Übernahme aussprach. Der neue Branchenkonzern wird in 65 Ländern tätig sein.

Sowohl Ranbaxy als auch Sun Pharma hatten in jüngster Zeit Probleme. Im Januar verbot die US-Behörde FDA den Verkauf aller Ranbaxy-Produkte aus Indien wegen Verstößen gegen die Qualitätskontrolle. Im Mai vergangenen Jahres musste eine US-Tochtergesellschaft der Gesundheitsbehörde 500 Millionen US-Dollar Strafe für den Verkauf von minderwertigen Medikamenten bezahlen.

Auch Sun Pharma, die zuletzt selbst als Übernahmekanditat des deutschen Stada-Konzerns galt, hatte zuletzt im Russlandgeschäft mit Problemen infolge der Krim-Krise zu kämpfen und die Erwartungen für das laufende Jahr gekürzt, was die Börse mit deutlichen Kursverlusten quittiert hatte.

In Indien werden mehr als ein Fünftel aller weltweiten Generika hergestellt. Zusammen kommen die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben auf einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) in den USA und 900 Millionen Dollar (657 Mio Euro) in Entwicklungsländern. Allerdings sind noch Zustimmungen der indischen Behörden, zentral und auf Länderebene, sowie der Aktionäre notwendig. Die Firmen hoffen, dass der Deal bis Ende 2014 vollzogen werden kann.