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„Kirschblütengespräche“ in japanischer Botschaft in Wien

Nach einführenden Worten des japanischen Botschafters Makoto Taketoshi begrüßte Stefan König, Country Manager von Takeda Pharma Österreich, als Vertreter der „J5“ die geladenen Gäste.
König prophezeite dann auch – der Gretchenfrage des Abendes über die Entwicklung von Primary Healthcare versus Spital folgend – einen zunehmenden Wechsel von Patienten aus dem Krankenhaus in den niedergelassenen Bereich. Ausschlaggebend dafür seien vor allem Kostengründe, aber auch technische Entwicklung und die Entwicklung von modernen Therapeutika die eine Behandlung außerhalb des Spitals überhaupt erst ermöglichten.

Mag. Ulrike Rabmer‐Koller, Vorsitzende des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger berichtete in einer Key-Note, dass zwar 90 Prozent der Beitragszahler in die Sozialversicherungen mit dem bestehenden System zufrieden seien, dass es aber einer dringenden Reform des Gesundheitswesens bedürfe. Als ihre persönlichen Arbeitsschwerpunkte nannte sie eine weitere Steigerung der Kosteneffizienz, Ausbau der Präventivmedizin und Patientenzentrizität. Letzteres begrüßten nicht nur die Vertreter der japanischen Pharmaunternehmen, da es eine ihrer zentralen Forderungen sei, auch ein Großteil der anwesenden stimmte überein, dass dem Patienten und seinen Bedürfnissen bislang noch immer zu wenig Beachtung geschenkt würde.

v.l.n.r.: Stefan König (Takeda), Andreas Wiegand (Mitsubishi), SE Makoto Taketoshi (Botschafter von Japan), Manuel Reiberg (Daiichi‐Sankyo) Mag. Ulrike Rabmer‐Koller (Hauptverband), Ernst Rücklinger u. Beatrice Grabner (beide Astellas), Georg Wager (Eisai), Univ. Prof. Dr. Markus Müller (MUW), Prim. Univ.‐Prof. Dr. Felix Keil (Hanusch Krankenhaus) Bildnachweis: Oreste Schaller

v.l.n.r.: Stefan König (Takeda), Andreas Wiegand (Mitsubishi), SE Makoto Taketoshi (Botschafter von Japan), Manuel Reiberg (Daiichi‐Sankyo) Mag. Ulrike Rabmer‐Koller (Hauptverband), Ernst Rücklinger u. Beatrice Grabner (beide Astellas), Georg Wager (Eisai), Univ. Prof. Dr. Markus Müller (MUW), Prim. Univ.‐Prof. Dr. Felix Keil (Hanusch Krankenhaus)
Bildnachweis: Oreste Schaller

Zwei Impulsreferate mit doch sehr unterschiedlichen Ausprägungen, sollten dann Einblick in den derzeitigen Spitals-Alltag in Österreich geben. Prim. Univ.‐Prof. Dr. Felix Keil zeigte am Beispiel des Wiener Hanusch‐Krankenhauses, dass es durchaus möglich ist, zunehmend Leistungen an Ambulanzen auf Bezirksebene auszulagern und damit das Spital zu entlasten. Dieses Konzept des „Best Point of Service“ erlaube es, Druck vom stationären Bereich zu nehmen und eine größere Anzahl von Patienten adäquat zu behandeln, bei gleichzeitiger Steigerung der Flexibilität und Kontaktqualität für die Patienten. Doch sehr unterschiedlich und viel kritischer zeichnete der Rektor der Medizinische Universität Wien, Univ.‐Prof. Dr. Markus Müller die Situation. Grundsätzlich stimmte er zwar mit seinen Vorrednern überein, betrachtete aber die Verlagerung der Patientenströme vom stationären in den niedergelassenen Bereich als reine Wunschvorstellung. System interne und politische Gegebenheiten würden verhindern, dass es zu einer Änderung des Status Quo in dem „sehr dezentralen und redundanten Gesundheitssystem“ komme. Im Vergleich mit dem Schwedischen Gesundheitssystem, das ihm sehr vertraut sei, konstatierte er für Österreich eine anhaltende „Nivellierung nach unten“.