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„Fake News“ sind „Good News“, zumindest auf Facebook

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„Fake News“ in den sozialen Medien

„Fake News“, also Falschmeldungen in den Medien, insbesondere auf Facebook machen auch vor der Gesundheitsbranche nicht halt. Dass sich genau diese Meldungen höherer Beliebtheit erfreuen, als Informationen aus seriösen Quellen, konnten jetzt US-Wissenschaftler der Universitäten Wisconsin und Tulane anhand einer Studie über Meldungen zur Zika-Epidemie nachweisen. Konkret analysierten die Wissenschaftler Facebook-Beiträge wie Videos, Posts und andere relevanten Materialien über die Zika-Epidemie, die zu einem Zeitpunkt gepostet wurden, als die Epidemie auf die USA überzuschwappen drohte (Mai und Juni 2016).

Zwei Ärzte werteten dann die 200 am meisten geteilten Artikel auf Facebook aus. Das Ergebnis: 24 Meldungen davon (das sind immerhin 12 Prozent) waren inhaltlich gänzlich falsch. Das erstaunliche daran, genau diese Artikel erfreuten sich teilweise besonderer Beliebtheit und wurden entsprechend oft geklickt bzw. geteilt. Der mit 530.000 Views am häufigsten aufgerufene Artikel mit dem Titel: „Ten reasons why zika virus fear is fraudulent medical hoax“ war zum Beispiel ein Verschwörungstheorie-Video, welches die Pharmaindustrie als Auslöser hinter der Zika-Epidemie wähnte. Seriöse Meldungen der WHO hingegen, die sich ernsthaft mit der Verhinderung der Ausbreitung des Virus auseinandersetzten, hatten gleichzeitig lediglich 43.000 Seitenaufrufe zu verzeichnen. Die Studie ist vor kurzem im «American Journal of Infection Control» erschien.

Die Autoren kritisierten dann auch Facebook, dass wenig gegen die ungehinderte Verbreitung falscher Meldungen unternommen würde: „Diese Art von Fehlinformationen kann schädlich sein. Dadurch wurden in diesem Fall bestehende Gerüchte verstärkt und so die Anstrengungen zur Beendigung des Ausbruchs behindert.“