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Merck verkauft OTC-Sparte

Der deutsche Pharmakonzern Merck verkauft sein Geschäft mit rezeptfreien Arzneimittel an den amerikanischen Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Der Verkaufspreis beträgt rund 3,4 Milliarden Euro. Der Deal soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, ein Zustimmung der Behörden fehlt noch. Betroffen davon ist auch das Werk in Spittal.

Merck verkauft OTC-Geschäft

„Der Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts ist ein wichtiger Schritt in der strategischen Ausrichtung von Merck auf innovationsgetriebene Geschäfte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials“, kommentiert Merck-Chef Stefan Oschmann den Deal. Bei Analysten kam das positiv an: „Das wird dem Unternehmen dabei helfen, sich auf das Pharmageschäft zu konzentrieren“, teilten die Morgan-Stanley-Experten mit. Im Handel bei Lang & Schwarz legten die Merck-Aktien 1,6 Prozent zu.

Die Transaktion wird über den Verkauf von Anteilen an mehreren Merck-Tochtergesellschaften sowie im Wege weiterer sogenannter Asset Deals durchgeführt. Betroffen davon ist auch die Produktionsanlage in Spittal an der Drau, die in den Besitz des Käufers übergehen wird. Der Deal sieht vor, dass rund 3.300 Mitarbeiter, im Wesentlichen von Consumer Health, zu P&G wechseln – nach Vollzug und vorbehaltlich der Einbindung der Arbeitnehmervertreter soweit erforderlich.

„Mit seinen führenden Marken und großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ergänzt und stärkt das Consumer-Health-Geschäft von Merck unser Personal Health Care Geschäft in hervorragender Weise“, sagte Tom Finn, President, P&G Global Personal Health Care. „Die Akquisition hilft uns dabei, das Umsatz- und Gewinnwachstum von P&G weiter voranzutreiben. Zu der Merck-Sparte für rezeptfreie Medikamente gehören neben anderen der Nasenspray Nasivin und Femibion-Schwangerschaftsvitamine. Der Geschäftsbereich setzte im vergangenen Jahr gut 900 Millionen Euro um.

Neben Merck hatte auch der US-Pharmakonzern Pfizer einen Verkauf seines Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten geprüft, zu dem etwa Centrum-Vitaminpräparate gehören und das etwa 20 Milliarden Dollar wert ist. Dieser Prozess war zuletzt aber ins Stocken geraten, nachdem Reckitt Benckiser und der britische Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline einer möglichen Übernahme eine Absage erteilt hatten.