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Mylan schluckt Meda

mylanVor knapp zwei Jahren war Mylan bei Meda noch abgeblitzt. Jetzt soll für 9,9 Milliarden US-Dollar in Anteilen und Schuldübernahmen das schwedische Pharmaunternehmen Meda AB, Solna, an den Generika-Konzern Mylan N.V., Hatfield/UK. Mylans übergehen. Das entsprechende Angebot wurde vom Vorstand der Aktiengesellschaft Meda akzeptiert, und der Vollzug wird zum Ende des dritten Quartals 2016 erwartet. Das kündigte Mylan diese Woche an.

Mylan sieht in der Übernahme die Chance zu weltweitem Wachstum und zur Diversifikation. Eine Portfolioerweiterung mit Blick auf Generika, zunehmend aber auch OTC, sei mit der Übernahme möglich, eine Stärkung der geografischen Kernmärkte USA und Europa sowie der Eintritt in Emerging Markets wie China, Südostasien, Russland, dem mittleren Osten und Mexiko. Die Portfolios von Mylan und Meda ergänzten und verstärkten sich im Therapiesegment Atemwege und Allergien und könnten zu einer neuen Größe in den Segmenten Haut und Schmerz zusammenwachsen. Durch den Zusammenschluss entstehe ein OTC-Geschäft im Wert von einer Milliarde US-Dollar. Noch könne nicht gesagt werden, welche Folgen die Umsetzung des Angebots für den Betrieb und die Mitarbeiter haben werde.

Der schwedische Hersteller Meda erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von umgerechnet 2,3 Milliarden Dollar. Meda beschäftigt rund 5200 Mitarbeiter, knapp 3000 davon in Marketing und Vertrieb. Meda bietet ein breites Sortiment in den Therapiegebieten Allergie, Atemwege, Dermatologie, Orthopädie, Gynäkologie, Kardiologie, Neurologie, Urologie und Phytopharmaka an. Wichtige Produkte sind Tambocor, Betadine, Dymista, Elidel und Epipen. Im OTC-Bereich bietet der Hersteller etwa CB12 oder EndWarts an; die Hälfte der Erlöse entfällt auf die Selbstmedikation.