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Neue Studie zum Einsparungspotential von Generika

Billige Generika mit Sparpotential

Billige Generika haben Einsparungspotential

Wer teure Marken-Medikamente durch Medikamente mit gleichen Wirkstoffen (Generika) ersetzt, kann eine Menge Geld einsparen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine neue Studie die vom Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente System (CeMSIIS) der MedUni Wien in Kooperation mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger durchgeführt wurde und das Einsparungspotenzial durch Generika bei der medikamentösen Behandlung der häufigen Erkrankungen Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus untersucht hat. Die möglichen jährlichen finanziellen Einsparungen der Krankenversicherungen lägen dabei bei 18 Prozent und entsprechen zweistelligen Millionenbeträgen, so die Studienautoren. „Diese Studie zeigt, dass ein Ersatz von hochpreisigen Medikamenten für häufige Leiden wie Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus durch die billigsten am Markt befindlichen Generika den heimischen Krankenkassen jährliche Einsparungen von bis zu 72 Millionen Euro bringen könnte.“, erklärt Studienautor Georg Heinze vom CeMSIIS der MedUni Wien.

Für die groß angelegte Studie wurden österreichweit die Daten von 8,3 Millionen Personen der Jahre 2009 bis 2012 analysiert. Dabei wurden drei Medikamentengruppen für in der Bevölkerung weit verbreitete Krankheiten herangezogen: Mittel gegen Bluthochdruck, gegen Hyperlipidämie, einer Fettstoffwechselerkrankung, und gegen Diabetes mellitus. Im Jahr 2012 gaben Krankenversicherungen 231,3 Millionen Euro, 77,8 Millionen Euro bzw. 91,9 Millionen Euro für antihypertensive, lipidsenkende und Diabetes-behandelnde Medikamente aus. Die Berechnungen ergaben, dass der Ersatz der Medikamente durch billigere Generika am Markt 52,2 Millionen (22,6%), 15,9 Millionen (20,5%) bzw. 4,1 Millionen Euro (4,5%) an Kosten gespart hätte. Das ergibt ein Einsparungspotenzial von durchschnittlich 18 Prozent.

CeMSIIS erweitert Forschungsschwerpunkt

Das Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme (CeMSIIS) der MedUni Wien hat zwei neue Forschungsschwerpunkte etabliert, um die vorhandene Expertise stärker zu bündeln und in Kooperationen mit Kliniken und theoretischen Instituten einfließen zu lassen.
Der Schwerpunkt „Data Science for Personalized Medicine“ analysiert Zusammenhänge zwischen molekularen Daten (etwa sequenzierte Genome) und klinischen Outcomes, um den Zielen der personalisierten Medizin näher zu kommen.

Der Schwerpunkt „Re-USE of Health Data for Medical Research“ widmet sich der wachsenden Menge an klinischen und gesundheitsbezogenen Routinedaten (z.B. Spitalsdatenbaken, Krankenkassenleistungen etc.). So können beispielsweise neue Erkenntnisse zu Komorbiditäten in bestimmten Patientenpopulationen, die Effektivität von Gesundheitsinterventionen in der allgemeinen Bevölkerung oder die Folgekosten der Medikamentenverschreibung erforscht werden.