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Pharma Abzocke in Deutschland?

spiegel_online_logo_460_64„Eine Therapie mit dem neuen Krebsmittel Jevtana kostet laut „arznei-telegramm“ 78.516 Euro – mehr als 1700-mal so viel wie die Standardtherapie mit Prednisolon“ – schreibt der Spiegel-ONLINE heute in seiner Wissenschafts-Rubrik unter dem sehr reißerischen Titel „Pharma Abzocke“.  Der Artikel stützt sich dabei auf einen Preisvergleich, den das sehr Pharma-kritische arznei-telegramm unlängst veröffentlicht hat. Preissteigerungen wie bei Jevtana sind laut Spiegel-Online keine Seltenheit, so schlage zum Beispiel die Therapie mit dem neuen monoklonalen Antikörper Belimumab um über 1200% mehr zu Buche als die optimierte Standardtherapie. Ticagrelor zum Beispiel, koste immerhin noch das über 6-fache der Therapie mit Clopidogrel. Der Zusatznutzen sei aber, so die Autoren, bei den meisten der neuen Therapeutika eher gering. Als Beispiel dafür wird das Medikament Halaven (Eribulin) angeführt, dem laut Spiegel-Online von den Experten lediglich „Anhaltspunkte für einen geringen Zusatznutzen“ bescheinigt werden, der Preis aber doch das über 5-fache der zweckmäßigen Standardtherapie ausmache. Hier versage das vor zwei Jahren unter heftiger Kritik von allen Seiten eingeführte „Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (Amnog)“. Das Gesetz brachte, laut Spiegel-Online, seit seiner Einführung 2011 insgesamt nicht die erwarteten großen Einsparungen von zwei Milliarden Euro, sondern lediglich 120 Millionen.