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Der Doktor und das liebe Geld – Pharma Zahlungen im Visier!

Zahlungen der Pharmaindustrie an Ärzte

Zahlungen der Pharmaindustrie an Ärzte im Fokus

Es hat auch in Österreich nicht lange gedauert, bis ein heimisches Medienunternehmen die Zuwendungen der Pharmaindustrie an die Ärzteschaft recherchiert und in einer Datenbank zusammengefasst hat. So geschehen letzte Woche in einem gemeinsamen Projekt von „ORF“, „Standard“ und dem Rechercheportal „Correctiv.org“. Und wie schon in Deutschland und in der Schweiz hat die Zusammenführung der Daten auch hierzulande zu einer sehr kritischen Diskussion in der Öffentlichkeit geführt. Den „schwarzen Peter“ haben dabei wieder einmal die Pharmaindustrie und diesmal auch die Ärzteschaft zugeschoben bekommen. Was blieb nun von der „Transparenz schafft Vertrauen“-Offensive der Pharmig? Wohl eher ein Mehr an Misstrauen gegenüber allen Beteiligten.

Journalist Gerald Gartner hat die Thematik in einem sehr trefflichen Kommentar im „Standard“ zusammengefasst und den Pharmaunternehmen zukünftige Verbesserungen der „Usability“ ins Stammbuch geschrieben. Nicht die Veröffentlichung per se sorgt, so Gartner, für Transparenz und Vertrauen, sondern die einfache Nutzungsmöglichkeit der Daten durch den Bürger. Und da gibt es sehr viel Luft nach oben. Denn so wie die Daten auf den 72 Websites der Pharmafirmen veröffentlicht werden, ist das für den Patienten gar nicht, für Journalisten nur schwer nutzbar. Einfache Nachjustierungen könnten helfen, so Gartner, der sich zumindest ein einheitliches Dateiformat in einer einheitlichen Formatierung wünscht. Noch viel besser wäre natürlich die Veröffentlichung auf einer zentralen Website, so der Journalist.

Dass er mit seinen Forderung gar nicht so weit von jenen einiger Pharmageschäftsführer und Pharmig-Mitglieder liegt, wird Gartner dabei nicht bewusst sein. „Es gab durchaus hitzige Diskussionen, ob man nicht als Pharmig selbst zentral die Daten veröffentlichen soll“, heißt es aus gesicherter Pharmig-Quelle. Durchgesetzt haben sich schlussendlich die Gegner. Aber vielleicht gibt ja die aktuelle Diskussion Anlass, um diese Vorgehensweise für 2017 neu zu überdenken.