Menü

PMCA Impuls: „Die Zeit wird langsam knapp!“

Wirthumer-Hoche mit Dallinger und Moderatorin Erika Sander

Christa Wirthumer-Hoche mit Martin Dallinger
und Moderatorin Erika Sander
(c) Katharina Schiffl

Beim sechsten PMCA-Impuls dieses Jahres erörterte DI Dr. Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin AGES Medizinmarktaufsicht und Vorsitzende des EMA-Management Boards, die Auswirkungen des Brexits auf die Zulassungsbehörden und die EMA, sowie Wiens Chancen, das Rennen um den EMA-Standort für sich zu entscheiden. Die Verhandlungen würden sich zur Zeit nur um die Fragen der EU-Bürger in UK (und vice versa), Zahlungen von UK an die EU und die Grenze zu Irland drehen. „Erst wenn diese Fragen geklärt sind, werden nachrangige Themen wie die Neuverteilung der Regulierungsarbeit zwischen den verbleibenden 27 EU- Mitgliedsstaaten geklärt“, so Wirthumer-Hoche zum Stand der Brexit-Verhandlungen. Die Zeit werde daher ziemlich knapp.

Zur Standortdiskussion der EMA sieht sie gute Chancen für Wien: Die Lage im Herzen Europas und die damit verbundene gute Erreichbarkeit, eine hochkarätige wissenschaftliche Landschaft und ein visionärer Forschungscluster bieten optimale Bedingungen. „Darüber hinaus ist die österreichische Arzneimittel-Agentur (AGES MEA) jetzt schon ein starker Partner der EMA und zählt zu den führenden Arzneimittelagenturen Europas“, so Wirthumer-Hoche weiter.

Im zweiten Impulsvortrag des Abends thematisierte Martin Dallinger, Leiter von Pfizer Global Supply in Orth an der Donau, Österreichs Vorzüge als  Produktionsstandort für Pharmaunternehmen. Zu den erfolgsversprechenden Eigenschaften, die den Standort Österreich besonders attraktiv machen, zählen: wirtschaftliche Stabilität, niedrige Kriminalitätsrate, gut ausgebildete Fachkräfte, geringe Anzahl an Streiks und kaum Ausfälle in der Energieversorgung. „Die heimische pharmazeutische Industrie beschäftigt 18.000 Mitarbeiter, die täglich dazu beitragen, dass wir mehr gesunde Lebensjahre erleben, weniger krank sind, oder schneller wieder gesund werden“, führte Dallinger aus.

Neben den vielen Vorzügen des Produktionsstandortes Österreich sind hier produzierende pharmazeutische Unternehmen auch mit einigen Herausforderungen konfrontiert, erklärte Dallinger. Ein wichtiger Faktor sei Zeit, denn viele Prozesse sind komplex und dauern entsprechend lange. Wesentlich wäre zudem, dass Unternehmen, Politik und Behörden an einem Strang ziehen, um Projekte eher auf den Boden zu bringen, was leider nicht immer der Fall ist. Darüber hinaus müsste sich Österreich folgende Fragen stellen: Sind wir in Sachen Ausbildung fit für die Zukunft? Sind unsere Arbeitszeitmodelle noch zeitgemäß? Steuerliche Anreizsysteme wären ebenfalls ein Attraktivitätsplus. Dallinger fasste abschließend zusammen: „Wir sind gut, aber wir dürfen uns nicht ausruhen und müssen weiterhin daran arbeiten, ein lautes ‚JA‘ zum Standort Österreich zu generieren.“