Novartis will Unterstützung von Kongressteilnahmen einschränken

Das Pharmaunternehmen Novartis, das in der Vergangenheit immer wieder mit Bestechungsvorwürfen zu kämpfen hatte, wird die finanzielle Unterstützung von Ärzten, die an Medizinkongressen teilnehmen möchten, einschränken.

Verwaltungsratspräsident Reinhardt will Novartis umkrempeln
Verwaltungsratspräsident Reinhardt
will Novartis umkrempeln

Jörg Reinhardt, Verwaltungsratspräsident von Novartis, erklärte in einem Interview mit dem deutschen Handelsblatt, dass das Unternehmen die Unterstützung der Teilnahme von Ärzten an Medizinkongressen einschränken werde. Die Maßnahme soll auch dazu beitragen, die Reputation der Pharmabranche wieder zu verbessern.

Reinhardt möchte die Unternehmenskultur komplett verändern. Dazu gehöre auch die Abwendung vom bisherigen internen Wettbewerbsdenken: Da die Divisionen nicht mehr so selbstständig seien wie vorher, als sie schon fast kompetitiv waren, sollen künftig die biopharmazeutische Produktion von Pharma und Generika zusammengelegt werden.

Jörg Reinhardt ist seit August 2013 Verwaltungsratspräsident bei Novartis. Seither krempeln er und Konzernchef Joe Jimenez den zuvor von Daniel Vasella geführten Konzern komplett um. So hat sich Novartis von der Diversifikation verabschiedet und wenig rentable Sparten abgestossen. Die Fokussierung mache sich bereits positiv bemerkbar, bilanzierte Reinhardt. Entscheidungen würden schneller getroffen.

Laut dem Novartis-Verwaltungsratspräsidenten wird der Wandel des Pharmariesen aber noch etwas Zeit in Anspruch nehmen: “Momentan findet der größte Umbruch statt, den es in den vergangenen 20 Jahren bei Novartis gegeben hat. Und das muss verdaut werden.” (khe)