Schwabe Austria: Mitarbeiter organisieren Medikamenten-Lieferdienst in Freizeit

Wie kommen dringend benötigte Medikamente derzeit zu den Menschen, die sich besonders schützen müssen und das Haus nicht verlassen sollen? Wie kann eine sichere Lieferkette garantiert werden?

Mitarbeiter des Phytotherapie-Marktführer Schwabe Austria haben mit einem unkomplizierten Lieferdienst für Arzneimittel eine ganz persönliche und sichere Lösung gefunden.

Georg Cirko, Außendienstmitarbeiter bei Schwabe Austria
© flopayer.at / Schwabe Austria


Im Moment gibt es wohl kaum ein Unternehmen/eine Person, dessen Tagesgeschäft wie gewohnt läuft. Dies gilt ebenso für die AußendienstmitarbeiterInnen des Phytotherapie-Herstellers Schwabe Austria. Reguläre Besuche bei ÄrztInnen und ApothekerInnen stellen derzeit ein unnötiges Risiko dar. Die AußendienstmitarbeiterInnen des Pflanzenarzneimittel-Experten wurden daher österreichweit bei normale Bezügen freigestellt. Georg Cirko, Außendienstmitarbeiter bei Schwabe Austria: „Wir sehen, wie viele Leute im Moment um ihren Arbeitsplatz zittern und sind daher für die Lösung unseres Unternehmens enorm dankbar. Genau deshalb wollten wir mit unserer freien Zeit auch etwas Sinnvolles anfangen.“ Gemeinsam mit seiner Frau Barbara Rosenkranz-Cirko, die ebenso bei dem Traditionsunternehmen im Außendienst beschäftigt ist, suchte er nach Möglichkeiten, in der Covid-19-Krise unterstützen zu können.

Lieferinfrastruktur für Medikamente bereits vorhanden
„Mir ging es darum, mit der vorhandenen Infrastruktur organisierte Hilfestellung zu bieten. Und da in unseren Außendienstautos die gesamte Struktur, die man für den sicheren Transport von Medikamenten benötigt, bereits vorhanden ist, war die Idee schnell geboren: Wir bringen dringend notwendige Arzneimittel zu den Privatpersonen, die sich im Moment schützen und das Haus nicht verlassen sollen“, so Cirko. Geschäftsführer von Schwabe Austria, Dr. Fritz Gamerith, erteilte rasch die Zustimmung, dass in dieser Ausnahmesituation die Firmenstruktur wie Dienstwagen, Kühlsysteme und Styropor-Boxen zu diesem Zweck auch in der Freizeit genutzt werden dürfen: „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter, dass sie diese erzwungene Ruhezeit dazu nutzen, etwas Positives für unsere Gesellschaft und unsere Gesundheit zu leisten“, so Gamerith.

Netzwerk an Helfern soll ausgebaut werden
Auch Elisabeth Mondl, Unternehmenskommunikation Schwabe Austria, ist von der freiwilligen Initiative der Außendienstler begeistert: „Dieses soziale Engagement ist eindrucksvoll und beweist einmal mehr, wie sehr den Schwabe Mitarbeitern die Gesundheit der Menschen am Herzen liegt“, so Mondl. Aus dem Homeoffice heraus ist sie bereits in intensivem Austausch mit der IGEPHA (Interessengemeinschaft Österreichischer Heilmittelhersteller und Depositeure), um weitere Arzneimittelhersteller dazu zu ermutigen, es den Schwabe MitarbeiterInnen gleich zu tun. Christina Nageler, Geschäftsführerin der IGEPHA: „Wir begrüßen dieses Projekt und versuchen das Netzwerk gemeinsam mit unseren Mitgliedern in den nächsten Tagen sukzessive auszubauen.“

Projekt kann auf mehrere Regionen ausgeweitet werden
Derzeit werden in Wien der 10. Und 23. Bezirk betreut und auch in Gmunden hat eine Schwabe Außendienstmitarbeiterin bereits die ersten Medikamentenlieferungen durchgeführt: „Wir haben die Verantwortung über die Medikamente in unserem regulären Arbeitsalltag, darum sind wir auch jetzt genau die Richtigen für diese Aufgabe“, so Cirko. Er sieht die Möglichkeit, den Testbetrieb seitens Schwabe Austria auf den 17. und 18. Wiener Gemeindebezirk sowie auf Eisenstadt und Umgebung, die Städte Tulln, Bad Ischl, Ebensee, die Bezirke Weiz, Voitsberg, Hartberg, Leibnitz, und den Süden von Graz auszubreiten.

Erfahrungen sollen weitergegeben werden
Die ApothekerInnen geben Bescheid, sobald sie von einem Arzt/einer Ärztin ein Rezept sowie die Information übermittelt bekommen haben, dass es nicht abgeholt werden kann. „Und dann machen wir uns auf den Weg“, so Cirko. „Wir holen die Medikamente kontaktlos am Hintereingang der Apotheken ab, liefern sie bei den Patienten kontaktlos vor die Haustüre und melden uns dann telefonisch oder klingeln. So schützen wir uns und vor allem die besonders gefährdete Zielgruppe.“ Die Schwabe MitarbeiterInnen liefern selbstverständlich Medikamente aller Hersteller, jedoch mit Einschränkungen: „Wir bringen nur wichtige Medikamente, sonst schaffen wir das bei der Zahl an Betroffenen nicht. Es soll hier nicht darum gehen, wegen einer Packung Hühneraugenpflaster loszufahren.“ Die Zahlung erfolgt derzeit noch via Erlagschein. „Das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, weil die Überweisung leicht vergessen werden kann und gerade Ältere dann wieder Unterstützung beim Onlinebanking benötigen. Aber wir sind gerade in der Testphase. Mitarbeiter anderer Firmen, die über die gleiche Infrastruktur verfügen und den Lieferdienst ebenso anbieten möchten, können sich in den nächsten Tagen gerne bei uns melden und auf unsere Learnings zurückgreifen.“

Quelle: Pressemeldung Schwabe Austria, APA OTS 18.03.2020