Ärztekammer novelliert Verordnung über ärztliche Fortbildung

Die Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer hat Ende Juni im Rahmen des diesjährigen Österreichischen Ärztekammertages eine Änderung der Verordnung über ärztliche Fortbildung beschlossen. Die wichtigsten Änderungen betreffen einerseits die Verlängerung des Fortbildungs- und Gültigkeitszeitraums von DFP-Diplomen von drei auf fünf Jahre, andererseits aber auch die zukünftig verpflichtende Glaubhaftmachung der Fortbildung gegenüber der Kammer.

dfp_logoFünf Jahre Sammelzeitraum, fünf Jahre Gültigkeit, 250 Punkte – mit diesen Eckpunkten wurde beim letzten Kammertag der Ärztekammer das ÖÄK-Fortbildungsdiplom neu formuliert. Ärzte, die ihre Fortbildung mit dem ÖÄK-Diplom dokumentieren wollen, haben zukünftig um zwei Jahre länger Zeit, die nötigen Punkte zu sammeln und müssen ihr Diplom erst nach diesem Zeitraum erneuern. Damit die Umstellung reibungslos klappt, gelten Diplome, die zwischen 1.1.2012 und 30.8.2013 ausgestellt wurden, automatisch für fünf Jahre.

Die zweite wichtige Neuerung betrifft die Glaubhaftmachung der Diplom-Fortbildung gegenüber der Kammer. Zu diesem Zwecke wird zukünftig für jeden Arzt automatisch – sofern er nicht widerspricht (OptOut) – ein elektronisches Fortbildungskonto auf meinDFP.at geführt. Der Arzt macht künftig nur dann seine Fortbildung glaubhaft, wenn er mindestens 150 gesammelte DFP-Punkte in den letzten drei Jahren auf seinem Konto nachweisen kann. Stichtag ist erstmalig der 1. September 2016. Erfüllt der Arzt die genannten Voraussetzungen nicht, so ist er von der Österreichischen Ärztekammer schriftlich zur Glaubhaftmachung seiner Fortbildung aufzufordern. 

Eine weitere Novellierung betrifft die Anbieter von akkreditierter DFP-Fortbildung. Einzelpersonen, Gruppenpraxen oder Krankenanstalten in der Rechtsform selbständiger Ambulatorien sowie Unternehmen, die Medizinprodukte, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und/oder Lebensmittel herstellen oder vertreiben, werden als alleinige, inhaltlich verantwortliche Anbieter von DFP-Fortbildung nicht mehr anerkannt. Außerdem sind Fortbildungsanbieter künftig verpflichtet, die Punkte für die Teilnehmer direkt auf deren Fortbildungskonto zu buchen.

Vortragenden bei DFP-Veranstaltungen müssen künftig aufgrund einer Änderung der Verordnung verpflichtend ihre Interessenskonflikte („conflict of interest“) offen legen.