Österreichische Post beteiligt sich an neuem deutschen Pharmagroßhändler AEP

Die Österreichische Post AG wird sich mit 40 Prozent an dem neugegründeten deutschen Pharma-Logistiker AEP beteiligen. Als weiterer Investor steigt Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein mit "25% plus" ein. Gegründet wurde das Unternehmen von den beiden Ex-Celesio Managern Markus Eckermann und Jens Graefe. Der geplante Start soll bereits im Herbst 2013 erfolgen.

Die Beteiligung der Post AG passe, laut Presseaussendung, hervorragend ins Portfolio und sei ein Schritt in Richtung Kompensation des nachlassenden Briefgeschäfts mit Wachstum im Paketsektor. Die Post-Tochter „trans-o-flex“ werde dabei mit seinen 2500 Fahrern bei dem neuen Unternehmen die komplette Apothekenlogistik und -zustellung übernehmen.

Mit den beiden Ex-Celesio-Managern betreten zwei erfahrene Logistiker den stark umkämpften deutschen Markt. Markus Eckermann führte von 2003 bis 2010 als Geschäftsführer die Stuttgarter Celesio-Tochter Gehe und kennt daher das Apothekengeschäft gut. Graefe war zuvor als Director Brasil der Celesio AG tätig. „Unser Ziel ist es ganz klar, ein alternatives Angebot mit attraktiven Konditionen für die Apotheker zu etablieren. Wir rechnen mit signifikanter Nachfrage“, sagt Graefe gegenüber dem deutschen ‚Handelsblatt‘.

AEP (Apotheken-Einkaufs-Partner) will vor allem mit schlanken Strukturen reüssieren und wird in der Nähe von Frankfurt eines der modernsten und größten Pharma-Logistik-Zentren Deutschlands betreiben. Zugestellt wird, anders als bei den Mitbewerbern, nur einmal am Tag und zwar morgens. Auch bei den Rabatten will AEP einen eignen Weg gehen und unabhängig vom Apothekenumsatz fixe Rabatte gewähren.

Der Markt selbst ist in Deutschland etwa 25 Milliarden Euro schwer und wird bisher von den „big five“ Pharmagroßhändlern Phoenix, Gehe (Celesio), Noweda, Alliance Healthcare und Sanacorp beherrscht.

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