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Stada im Umbruch

Hartmut Ratzlaff stellt sein Amt ruhend Bild: Stada

Hartmut Ratzlaff stellt sein Amt ruhend
Bild: Stada

Der ehemalige Pharmareferent und nach 23 Jahren an der Spitze des Unternehmens zum „Mr. Stada“ avancierte Hartmut Retzlaff (Bild) hat Anfang dieser Woche in einer auserordentlichen Aufsichtsratsitzung sein Amt mit sofortiger Wirkung ruhend gestellt. Aus „gesundheitlichen Gründen“ heißt es in einer Aussendung, deutsche Medien berichten aber von unüberbrückbaren Auffassungsunterschieden zwischen Retzlaff und dem Finanzinvestor AOC. Retzlaff, der den letzten verbliebenen deutschen Generikahersteller in den letzten 20 Jahren zu einem internationalen Konzern geschmiedet hatte, konnte mit den Plänen des Investors wenig anfangen. Dieser wollte, Medienberichte zufolge, den an längst vergangene Zeiten erinnernden Aufsichtsrat besser heute als morgen austauschen und durch Profis ersetzen. Die damit beginnende Schlammschlacht endete vorerst mit dem Abgang Retzlaffs.

Wie es nun weitergeht, weiß niemand so richtig. Retzlaffs Agenden wurden unter den Vorstandskollegen Helmut Kraft und Matthias Wiedenfels aufgeteilt. Aufsichtsrats-Chef Dr. Martin Abend ist sichtlich um Beruhigung bemüht: „Mit Herrn Dr. Wiedenfels tritt zunächst ein erfahrener langjähriger Manager an die Spitze des Vorstands, der den Erfolg der vergangenen Jahre maßgeblich mitgestaltet hat und der den eingeleiteten Wandel im Sinne des Unternehmens mit Nachdruck vorantreiben wird.“ Um die Stada in ihrer Eigenständigkeit zu bewahren, müssten vom Aufsichtsrat jetzt allerdings schnell Zeichen kommen. Doch das könnte schwierig werden, denn einen geeigneten interimistischen Nachfolger von Retzlaff zu finden wird wohl keine leichte Aufgabe werden.