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Studie zum Apothekenversandhandel in Österreich

Dr. Hagen J. Sexauer, Sempora Consulting

Dr. Hagen J. Sexauer,
Sempora Consulting

Etwa jeder dritte österreichische Verbraucher (30%) gibt an, bereits freiverkäufliche Medikamente bzw. nicht-medizinische Produkte in einer Online-Apotheke gekauft zu haben. 70% hätten dies bisher noch nie getan, wobei sich jedoch 44% dieser bisherigen Nicht-Käufer durchaus vorstellen könnten, künftig Produkte über eine Versandapotheke zu beziehen. Ebenso wären 47% der Verbraucher bereit Rezepte bei Versandapotheken einzulösen, wenn dies denn möglich wäre. „Das ist ein positiveres Ergebnis als wir es zunächst erwartet hätten“ stellt Dr. Hagen Sexauer, Principal bei der Strategieberatung SEMPORA Consulting und Autor der Studie. 

Die Versandapotheke „Apotheke Österreich“ ist ca. jedem dritten Österreicher (29%) bekannt und weist damit die höchste Markenbekanntheit auf, während „Zur Rose“ mit 19% den zweiten Rang einnimmt. Immerhin gaben 37% der Verbraucher an, bis dato keine Versandapotheke namentlich zu kennen.

Die Befragung der österreichischen Apotheker zeigt, dass für 54%, und damit für mehr als die Hälfte der befragten Apotheker, der Fall des Versandhandelsverbots eine Bedrohung darstellt – lediglich 21% erkennen im Versandhandel eine Chance für sich und ihre Apotheke. Die befragten Apotheker erwarten, dass 2015 rund 5% aller österreichischen Apotheken eine eigene Versandapotheke betreiben werden. Die Prognosen bezüglich des zukünftigen Umsatzpotentials am OTC-Markt sehen da schon anders aus: So erwartet für das Jahr 2018 fast jeder vierte Apotheker (23%) einen Umsatzanteil des Versandhandels von mehr als 7%. „Diese Prognose des Marktanteils des Versandhandels am OTC-Umsatz innerhalb der nächsten 4 Jahre erscheint durchaus realistisch, vergleicht man die Entwicklungen des deutschen Apothekenversandhandel nach dem Fall des Versandhandelsverbotes im Jahre 2004“ konstatiert Sexauer.

Darüber hinaus ist knapp die Hälfte der Apotheker (49%) davon überzeugt, dass innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre die OTC-Produkte im Versandkanal einem Preisverfall unterliegen werden. 71% der Apotheker erwarten, dass durch den wachsenden Preiswettbewerb im Versandhandel auch die Deckungsbeiträge ihrer Apotheken stark unter Druck geraten werden.

80% der befragten Pharmahersteller sind davon überzeugt, dass durch die Liberalisierung des österreichischen Apothekenmarktes vermehrt neue in- und ausländische Versandapotheken in den österreichischen Pharmamarkt eintreten werden und sich damit die Wettbewerbssituation verschärfen wird. Im Gegensatz zu den Apothekern rechnen jedoch mehr als die Hälfte der Pharmahersteller (53%) damit, dass der Apothekenversandhandel zur einer Steigerung des OTC-Gesamtumsatzes führen wird. Auch erwartet der Großteil der befragten Industrievertreter (71%) eine Absenkung des durchschnittlichen OTC-Preisniveaus im Versandhandelskanal – zwei Drittel (68%) erwarten einen „Preisverfall“ von mindestens 5%. Jeder Zweite (53%) befürchtet sogar, dass durch das in Summe sinkende Preisniveau der OTC-Produkte künftig auch die Deckungsbeiträge des eigenen Unternehmens unter Druck geraten werden.

„Eklatant ist, dass sich 82% der befragten Pharmahersteller bis heute noch nicht mit den strategischen Optionen des Versandhandelskanals auseinander gesetzt haben“ sagt Sexauer und führt weiter fort: „Jedoch planen immerhin 84% eine Versandhandelsstrategie innerhalb der nächsten 12 Monate erarbeiten zu wollen“.

Studie zu bestellen bei: www.sempora.com