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Transparenz: Zustimmung der Ärzte sinkt

"Der Doktor und das liebe Geld" (c) getty images

„Der Doktor und das liebe Geld“
(c) getty images

Immerhin 562 Millionen Euro hat die Pharmaindustrie 2016 in Deutschland an Ärzte und Krankenhäuser für klinische Studien, Weiterbildung und Vertragshonorare gezahlt. Das sind zwar um 13 Millionen weniger als im Jahr davor, aber immerhin noch viel Geld, das hier in die Zusammenarbeit für die Entwicklung und Anwendung neuer Medikamente von den Firmen investiert wird.

Der große Teil mit rund 356 Millionen floss dabei in die Forschung, 105 Millionen gingen in die Fortbildung und Vorträge und immerhin 101 Millionen Euro wurden als Unterstützung für Veranstaltungen und Institutionen gezahlt.

Durch Offenheit und Transparenz gebe die Industrie Einblick in die Zusammenarbeit von Unternehmen und Ärzten, heißt es seitens des vfa. Mit der Veröffentlichung der Zuwendungen würden die 54 Unternehmen des vfa und der FSA einen Transparenzkodex umsetzen, den sie sich selbst auferlegt haben. Die Firmen decken nach eigenen Angaben rund 75 Prozent des deutschen Pharmamarktes ab. Soweit die Ärzte dem zustimmen, werden individuelle Leistungen im Internet konkret mit Namen veröffentlicht.

Diese Zustimmung sinke allerdings rapide, so Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa. Haben im Jahr 2015 noch rund ein Drittel der Ärzte der Offenlegung zugestimmt, so war es voriges Jahr nur mehr jeder Vierte der den Weg der Transparenz mitging. Fischer dazu: „Die Entwicklung häng wohl damit zusammen, dass jene Ärzte die offen gelegt haben, richtig an den Pranger gestellt wurden.“ Man gehe aber nichts desto trotz den Weg der Transparenz weiter, so Fischer abschließend.

Man darf gespannt sein, wie sich die Zustimmungsrate in Österreich entwickelt, wo immerhin im Jahre 2015 ca. 100 Millionen Euro von der Industrie an die Ärzte und Institutionen verteilt wurden.