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UK: Deal zwischen Pharmaindustrie und NHS

drugs-14550_640Einen sehr interessanten und vielleicht auch für andere europäische Länder beispielhaften Deal hat jetzt die britische Regierung mit der dort ansässigen Pharmaindustrie geschlossen. Hintergrund war ein für beide Seiten unbefriedigender Status Quo. Bemängelte die Industrie eine im internationalen Vergleich relativ rigorose Zulassungs- und Preispolitik, so waren für das Gesundheitssystem vergleichbar schlechte Healthcare-Outcome-Zahlen der Anlass zum handeln. Beschlossen wurde nun mit Start 1.1.2014 ein auf vorerst fünf Jahre begrenzter Vertrag, der den britischen Ärzten wieder Spielraum für innovative Arzneimittel geben soll. Ermöglichen wird das über eine vereinbarte Deckelung der Gesundheitsausgaben. Eine definierte maximale Wachstumsrate verhindert für die NHS ein Explosion der Medikamentenausgaben, soll aber andererseits wieder schnellen Zugang zu neuen innovativen Medikamenten ermöglichen. Die Pharmaindustrie ihrerseits verpflichtet sich zur Übernahme aller Kosten die über die vereinbarte Deckelung hinausgehen. Abgewickelt wird der Deal über die PPRS (Pharmaceutical Pricing Regulation Scheme).

Beide Seiten sehen die Vereinbarung als großen Erfolg. Die Pharmaindustrie will damit die sehr konservativen NHS-Praktiken durchbrechen und die britischen Ärzte wieder hin zur Verschreibung innovativer Arzneimittel führen. Die NHS wiederum ermöglicht damit den Zugang zu den neuesten Medikamenten, ohne eine Kostenexplosion befürchten zu müssen.

Mit dieser Regelung wird wohl das HTA-Institut NICE seine gewichtige Rolle in der Preispolitik verlieren. Was und wie NICE zukünftig beratend tätig sein soll, ist noch Gegenstand weiterer Diskussionen.

Link zum Vertrag:

https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/255252/pprs_heads_of_agreement_2014.pdf